Das letzte März-Wochenende verschlug es mich mal wieder nach Hamburg. Das war nach Col d`Hahnheide und dem Frühstück bei Blankenese schon mein dritter Hamburg-Trip innerhalb der letzten 12 Monate (eigentlich hätten es sogar vier sein sollen). Dieses Mal hieß es also Brommieloop in Hamburg. Bitte was? Was ist denn bitte schön ein Brommieloop wird sich nun manch einer fragen. Ein Brommie ist der Kosename für ein Faltrad der britischen Kultmarke Brompton. Das sind jene Räder, die man man in null Komma nichts in ein handliches, kleines Päckchen verwandeln kann. Und ein Loop ist englisch und bedeutet Schleife; der Brommieloop ist also eine Runde mit dem Brompton.

Erste Meter mit Brommie beim Brommieloop in HamburgDazu gehört, wenn das auch kein Gesetz ist, dass man unterwegs einen kleinen Stopp einlegt, wo man sich bei einem Stück Kuchen und einen Kaffee oder einem Bier (bei mir) ein bisschen stärkt. In Hamburg hat der Brommieloop schon fast Tradition, denn das war bereits die siebte Ausgabe. Schon den ersten Loop mit den Brommies in Hamburg hatte ich virtuell über Instagram, Facebook und Twitter sehr genau verfolgt.

Mir haben es diese kleinen Falträder von Brompton mit ihren nur 16 Zoll großen Reifen angetan. Wenn am Bahnhof jemand sein Brompton zusammen- oder auseinander faltet, schaue ich jedesmal ganz fasziniert zu. In nur wenigen Sekunden ist das Brompton entweder fahrbereit oder eben ein handliches Päckchen. Mit seinen kleinen Packmaßen von 59 x 57 x 27 cm kann man es bequem im Zug als Handgepäck mitnehmen, ohne für das Brompton eine zusätzliche Fahrkarte lösen zu müssen.

Gestatten: Fiete, Ayk, Smilla, Clementine, …

Dass ich zum siebten Brommieloop nach Hamburg kam, hatte ich Miriam von hamburgfiets.de zu verdanken, die mich auf der Berliner Fahrradschau dazu eingeladen hatte. Nur was macht man auf einem Brommieloop, wenn man selbst kein Brompton hat? Aber auch dafür hatte Miriam gesorgt. Als stolze Besitzerin von gleich zwei Bromptons bot sie mir ihren Fiete für den Brommieloop an. Sie selbst war auf Ayk, ihrem Rennbrommie unterwegs, der mit einem mächtigen 60er Kettenblatt (!) ausgestattet ist.

Und das ist auch so ein Ding. Bromptonauten geben ihren kleinen kleinen Rädern ganz häufig Namen. Neben Fiete und Ayk und ein paar Namenlosen waren Smilla, Clementine, Gelberblizz und MeinDienstfahrrad am Start (hat Haralds Brompton eigentlich einen Namen?) …

Als ich mal am Kölner Hauptbahnhof mehr aus Spaß jemanden mit Brompton fragte: „Und wie heißt es?“ strahlte er mich an und sagte er wie aus der Pistole geschossen: „Clapton. An dem Tag, als ich es bekam, bin abends mit ihm auf ein Eric-Clapton-Konzert gefahren. Ich fand das so passend!“ Dabei schaute er es ganz verzückt an …

Brommieloop für Groß und Klein

Treffpunkt für den Brommieloop in Hamburg sind regelmäßig die Deichtorhallen, gleich in der Nähe des Hauptbahnhofs. Von seiner besten Seite präsentierte sich Hamburg an diesem Sonntagnachmittag: Sonne, angenehme Temperaturen und recht windstill. Vorab hatte ich mit Miriam schon eine kleine Runde um die Außenalster gedreht, um mit Fiete vertraut zu werden; meine ersten richtigen Kilometer auf einem Brompton 🙂

Start zum Brommieloop an den Deichtorhallen

Mit 11 Rädern und 12 kleinen und großen Fahrern ging es auf die Runde. Ja richtig, tatsächlich 12 Fahrern, denn ein Brompton war doppelt besetzt. Auch das ist mit einem Brompton trotz seiner Kleinheit möglich. Das breitere Grinsen verrät ganz sicherlich, wer bestimmt, wo es lang geht.

Auch das ist möglich: Brompton zu Zweit

Ganz gemütlich ging es Richtung Naturschutzgebiet Holzhafen zum kleinen Zwischenstopp bei Entenwerder 1, dem schwimmenden Café, wo wir auf noch mehr Bromptonauten trafen.

Gekonnt falteten alle ihre Räder zusammen. Nur bei mir wollte das noch nicht so recht klappen, bzw. geklappt hat es schon, aber richtig  elegant sah es bestimmt nicht aus. Ein bisschen Übung braucht es schon, so ein Brompton schnell und lässig zu zerlegen.

Nach Kakao, Cappuccino und Kuchen ging es leider schon zurück. Wie im Flug verging die Zeit.

Mich überzeugt das Konzept vom Brompton: Rad am Mann oder der Frau, überall und jederzeit. Ein faszinierendes und flexibles Ding, dieses Brompton.

Und das scheint nicht nur mir so zu gehen. Es gibt sogar Menschen, die schmeißen, selbst als eingefleischte Radfreaks und Langstreckenfahrer ihre anderen Fahrräder dafür weg.

Okay, das mag vielleicht ein bisschen übertrieben sein, der lesenswerte Beitrag von Aaron Tsuru zeigt aber sehr schön, wie stark die Idee des Bromptons ist.

Impressionen vom Bommieloop in Hamburg


Das ist Fiete. Meine erste Fahrt auf dem Brompton beim Brommieloop in Hamburg

An der Außenalster mit Miriam

Der Brommieloop im Vogelflug

Bilder: Miriam Schattner, Joas Kotzsch

 

4 thoughts on “Zum Brommieloop nach Hamburg

  1. Sehr schön – ein Faltrad gehört bei mir zwar noch zu “+1” (wie in “n+1”), aber ist nun in der Liste ziemlich weit oben. Ich hatte das Strida jetzt ein paar Monate leihweise: man gewöhnt sich schnell an das “Rad zum mitnehmen als Handgepäck” – nur ist das Strida keine Alternative zum “echten” Rad, sondern zum Laufen …

     
    • Ja das Strida ist mir Dank Deines Blogposts dazu jetzt auch schon mehrfach aufgefallen. Es sieht ja noch spezieller aus als das Brompton und fällt gleich ins Auge. Die Kombi Rad und Bahn find ich unschlagbar cool 🙂 in der Regel ist sie selbst bei so kurzen Strecken wie Bonn – Köln schneller als mit dem Auto. Und günstiger sowieso. Parke ich der Kölner Innnenstadt bin ich bei 8 Stunden 26 € los. Für das Geld kann ich mit der BC 50 im IC die Strecke Köln – Bonn viermal fahren. Hinzukommen noch Sprit und Verschleiß des Autos. Außerdem geh ich mit dem Auto der Umwelt auf den Senkel … und zu den Stoßzeiten hab ich Staus ohne Ende. Daher sage ich Strida, Strida, Strida, Brompton, Brompton, Brompten, Tern, Tern, Tern und wie so noch all heißen 🙂

       
      • TERN! Habe mal ein sehr schönes gesehen mit Rennlenker und -schaltung – aus dem linken Augenwinkel, dann nur noch von hinten … auf dem Heimweg von einer Tagestour, mit ordentlich Kilo- und Höhenmetern, hat mich einer überholt: Hammertempo, keine Chance, aufzuschließen …

         
  2. Ich hatte einige Bilder zum Brommieloop schon auf Instagram und Strava gesehen und schon gedacht Du hättest Dir jetzt eins zugelegt. So weit ich mich erinnere hast Du ja zumindest schon öfters mit dem Gedanken gespielt.
    Ich überlege, ob ich meiner Frau eins zum Geburtstag schenke, aber da die eigentlich gar kein Rad fährt wird Sie die Lunte vermutlich riechen….

     

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