Man hätte ja auch schön im Bett bleiben können, schrieb Rick, Fahrrad-Abenteurer und Organisator feinster Radfahrer-Treffen, nur einen Tag später auf Facebook. Wohl wahr! Es gibt sicherlich besseres als an einem Sonntagmorgen um halb sechs aus dem warmen Bett zu kriechen, um sich eine Stunde später im noch stockdunklen und eiskalten Hamburg mit Fahrrad auf irgendeinem Platz einzufinden.

Doch Rick hatte geladen und da kommt der Kenner schnell ins Grübeln, ob er der eigenen Bequemlichkeit nicht besser einen Tritt versetzt. Gleich beim Einladungstext fängt’s an zu kribbeln:

Stellt Eure Wecker, schnappt Eure Camping- und Kaffee-Kocher, oder backt Muffins oder Kekse oder beides, steckt euch jeder ein bisschen Feuerholz in den Rucksack und dann geht's raus auf's Rad in ein neues, verdammt gutes Rick Rider Mikro-Abenteuer.

Camp, Cafe & Riders

Im ersten Licht der stillen Stadt, die leeren Straßen genießen, um dann nach ein paar schönen Kilometern, gemeinsam mit total super freundlichen Ridern an einem wunderbaren Ort damned hot Camp-Kaffee kochen, mit den anderen Ridern schlürfen und den Tag begrüßen. Also, Rick freut sich schon total :-)

Aber damit nicht genug. Wer Ricks kleine und große Rad-Abenteuer kennt, der weiß, Rick kann nicht nur texten, sondern er ist auch der Gestaltung mächtig. Mit gekonnter Hand verpasst er jedem seiner geplanten Trips einen optisch tollen Auftritt. Das Auge isst bekanntlich mit.

Jedesmal wunderbar gestaltet die Radtrips von Rick. Da kommt man gerne nach Hamburg

Jedesmal ein Genuss: Ricks Gestaltung seiner Radabenteuer

Kann man da noch widerstehen? Sonntagsmorgens um halb sechs aufstehen? Wo ist das Problem?! Und Bonn – Hamburg ist ja auch nur ein Katzensprung. Da hüpft man am späten Samstagnachmittag in den IC, rauscht ein bisschen durch die Republik und nimmt sich ein Hotelzimmer.

Klar, musste ich beim First Light Ride (FLR) dabei sein. Und 20 andere dachten ebenso, denn auf die traf ich, als ich in der Früh mitten in Hamburg am Treffpunkt Joesph-Carlebach-Platz eintrudelte.

Mit Rädern aller Art, vom Brompton bis zum Trike, setzten sich Ricks geladene Rider mit kleiner Verzögerung in Bewegung. Aufgrund der nicht so langen und auch recht gemütlichen Tour hatte ich aufs eigene Rad verzichtet und stattdessen auf eins aus Hamburgs roter Stadtrad-Flotte zurückgegriffen.

Kaffee, Muffins und ein Lagerfeuer

Durch’s noch stille und schlafende Hamburg gings erst nach Süden Richtung Elbe und dann flussabwärts bis hinter Blankenese. Nach rund 20 Kilometern hatten wir Ricks Frühstücksplatz am Falkensteiner Ufer erreicht.

Falkensteiner Ufer bei Blankenese

Wunderschön der Ausblick gen Osten mit der über Hamburg aufgehenden Sonne, aber eisig kalt der Wind, besonders für mich, den mit milden Temperaturen verwöhnten Rheinländer. Aber auch für die andren war es frisch. Nur die ganz Erfahrenen hatten eine Extra-Jacke mitgebracht und ließ sie nicht vor Kälte zittern. Zum Glück brannte schnell ein kleines Frühstückslagerfeuer, um das sich alle eng versammelten und das zumindest für eine Körperseite Wärme spendete.

Frühstück in Hamburg

Leckerer Kaffee, köstliche Muffins, das Lagerfeuer und dieser schöne Einstieg in den Tag löste trotz der Kälte schnell die Zungen. Reichlich gab’s zu schnacken. Und nicht nur um’s Fahrrad drehten sich die Gespräche. Auch Kanukentern auf der winterlichen Elbe kam zur Sprache und ob bei Minusgraden ein Lagerfeuer langsamer abbrennt als im warmen Sommer …

Nach zwei Stunden brachen wir dann wieder auf. Mit Harald machte ich noch einen kurzen Abstecher zum nahen Waseberg, nach dem ich auf dem Hinweg gefragt hatte. Im flachen Hamburg kann man hier ein wenig Steigungen traineren. Leider verloren wir so den Anschluss zu den anderen, sodass ein „Tschüss und bis zum nächsten Mal“ ich nur auf diesem Wege sagen kann.

Was für eine tolle Truppe, die da an diesem Sonntag auf Ricks Ruf zusammengekommen war. Digitale Bekanntschaften aus dem Internet, waren auf eimal da in Fleisch und Blut. Bereits am Treffpunkt in der Früh ließ mich jemand auf seinem Brompton meine ersten Meter mit diesem Faltradwunder drehen. Das war Miriam, Bloggerin von Hamburgfiets, bei der ich schon so lange mitlese. Wie wunderbar war das denn?!

Harald tourte mit mir noch etwas durch die Stadt. Nach einem zweiten Frühstück in Altona trennten sich unsere Wege, wo er mir zum Abschied noch die Richtung wies: Entweder geradeaus durch die Stadt und dann zum Hauptbahnhof oder rechts runter zur Elbe, und dann an ihr entlang. Als Fluss- und Wassermensch entschied ich mich für den Weg zur Elbe.

Radfahren mit Harald in Hamburg

Entdeckungstour in Hamburg

Unterwegs mit einem Stadtrad aus Hamburg

So ging ich alleine noch ein bisschen auf Entdeckungstour. Denn an Speicherstadt und altem Elbtunnel wollte ich auf jeden Fall noch vorbei.

Als schließlich kurz nach 16:00 Uhr ein völlig überfüllter Zug ins Rheinland rollte, war zumindest ein Passagier ganz ruhig und sehr zufrieden, weil dieser Tag ihn lächeln ließ.

Beim First Light Ride in Hamburg

Beitragsbild und Grafiken: Rick Rider; Fotos: Joas Kotzsch

 

One thought on “Frühstück bei Blankenese

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