Tatsächlich passiert auch so etwas – fast wie in einem schlechtem Film. Eigentlich sollte ich gestern Nachmittag samt Fahrrad in einem IC nach Hamburg sitzen. Eigentlich … Der Plan war, am Einzelzeitfahren Hamburg – Berlin (#HHB) teilzunehmen. In den letzten Jahren hatte ich schon mehrfach mit dieser Veranstaltung des Audax Club Schleswig Holstein geliebäugelt. Aber immer war etwas dazwischen gekommen. Entweder war es der Geburtstag meiner Tochter oder ich hatte den Meldeschluss verpennt. 

In diesem Jahr passte dann alles. Recht gut im Training, die Anmeldephase mitbekommen, Startgebühr bezahlt und Tochter, zur Zeit als Austauschschülerin im fernen Brasilien, kam mit ihrem Geburtstag auch nicht ins Gehege. Das Hotel für eine Übernachtung in Hamburg war ebenfalls gebucht und schon bezahlt. Damit stand einer Teilnahme Hamburg – Berlin nichts mehr im Wege. Bis ich dann vor der Garage stand, in der meine Räder untergebracht sind.

Eine totale Fehlkonstruktion dieses Garagentor von Hörmann

Das Ding, ein Garagentor von Hörmann übrigens, ist eine totale Fehlkonstruktion. Fast fünf Meter breit, Schloß und Griff zum Öffnen befinden auf der linken Seite, damit wird das Tor bei jedem Öffnen einseitig belastet und verkantet tendenziell. Jedes Kind kennt und weiß das. Seit Jahren gibt es regelmäßig Probleme mit diesem Garagentor.

Aber noch nie ist das Tor nicht aufgegangen. Gestern war dies dann zum ersten Mal der Fall. Nichts ging mehr. Anderthalb Stunden hab ich mich daran versucht, ich hab gezetert,  ich hab geflucht und bin wie Rumpelstilzchen vor der Garage auf und abgesprungen. Nichts hat geholfen. Das Ding ließ sich nicht öffnen.

Der über den Vermieter kontaktierte Schlosser verwies lediglich auf sein bereits begonnenes Wochenende. Abermals kräftig geflucht – aber auch das half natürlich nichts. Alternativen? Mein 30 Jahre altes Gesta-Rennrad, der Stevens Streetflyer und ein MTB standen fahrbereit im Keller … Nein, nicht wirklich. Mit keinem dieser Räder möchte man ein Einzelzeitfahren über 276 km bestreiten. Ich zumindest nicht.

Via Twitter kamen Hilfsangebote. Christian aus Köln und Harald aus Hamburg boten mir gleich mehrere ihrer Räder an. Die beiden hatten mitbekommen, dass ich mein Hotelzimmer in Hamburg zur Gratis-Nutzung zur Verfügung gestellt hatte (Storno beim Hotel war zwar möglich, aber zu einer Gebühr von 80 €, soviel wie ich für die Übernachtung gezahlt hätte. „Danke“ an dieser Stelle  für diesen so kulanten Preis an das Centro Hotel Eden.)

Das fand ich toll von den beiden. Neben rein praktischen Problemen wie Rahmengröße und Pedalen war ich jedoch mittlerweile in Köln, noch einen Termin wahrnehmen. Mein ganzer Radkrempel befand sich in Bonn. Das passte alles nicht.

Ein wirklich saudoofe Geschichte. Aber egal, Haken hinter. Die Fahrt Hamburg  – Berlin hol ich nach. Irgendwann. Ich setz mich gleich aufs Rad, den Streetflyer von Stevens, und fahre einfach los. Wohin, wie lange? Das weiß ich noch nicht … Zuviel Planung bringt auch nicht immer etwas.

 

7 thoughts on “Das Garagentor bleibt heute geschlossen!

  1. Shit happens, und wenn was schief geht, geht alles schief und schiefer … trotzdem Danke für die plastische Schilderung deutscher Service-Kultur (Handwerker, Hotel), zum Tragischen gesellt sich hierzulande ja gerne das Absurde … 😉

     
  2. Auf jeden Fall warst du heute Früh ganz klar auf Platz 1 der Erklärungen fürs Nichterscheinen am Start. 😉

     
    • 🙂 Immerhin ein kleiner Trost. Ich hab mich auf jeden Fall bei Burkhard Sielaff abgemeldet und mein Nichterscheinen entschuldigt.

       
  3. Hallo Joas, ich wollte gestern noch schreiben, dass mir das natürlich *nicht* gefällt, aber hatte im Zug sitzend dann kein Netz. Was ein blöder, blöder Grund für die Nichtteilnahme! Ich hoffe, Dein spontaner Ausflug hat ein bißchen geholfen…

     
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