Am Mitwoch, dem 18. Mai 2016, findet weltweit in vielen Städten der so genannte „Ride of Silence“ statt. Mit dem Ride of Silence will man an die im Straßenverkehr ums Leben gekommenen Radfahrer erinnern. Die Zahl der in Deutschland getöteten Radfahrer liegt pro Jahr bei ca. 400. 2015 starben im Zuständigkeitsbereich der Bonner Polizei (Bonn, Bad Honnef, Königswinter und dem linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis) fünf Radfahrer. 665 Radfahrer wurden verletzt.

Mit dem Ride of Sllence möchte man an die zu Tode gekommen Radfahrer erinnern. Ghost Bikes sind die sichtbaren Mahnmale

Am 21. Mai 2003 fand der erste Ride of Silence in den USA in Dallas statt. Chris Phelan, heute noch (Mit-)Organisator des Ride of Silence, wollte an seinen Freund Larry Schwartz erinnern, der am 4. Mai 2003 nach einer Kollision mit einem Schulbus ums Leben gekommen war. Damals versammelten sich rund 1.000 Radfahrer. Seitdem wird der Ride of Silence jedes Jahr am dritten Mittwoch im Mai um 19.00 Uhr Ortszeit abgehalten.

Die überwiegend in weiß gekleideten Radfahrer fahren schweigend zu den Stellen in der Stadt, an denen Radfahrer verletzt oder ums Leben gekommen sind. Manchmal stehen an diesen Orten „Ghost Bikes“ (Geisterfahrräder). Das sind komplett in weiß gestrichene Fahrräder , häufig mit dem Namen des getöteten Radfahrers und dem Unfalltag. Sie dienen als Mahnmale der Toten und sollen gleichzeitig eine fahrradfreundlichere und sicherere Infrastruktur einfordern.

2015 fand der Ride of Silence weltweit in 357 Städten, in 49 Bundesstaaten der USA, in 20 Ländern und auf 7 Kontinenten statt. Allein in Berlin waren 1.200 Teilnehmer dabei. Und auch in anderen deutschen Städten wie Hamburg, Köln, Stuttgart, Hannover, Wiesbaden, Freiburg, Oldenburg und Osnabrück kam es zu dieser Fahrt. Eine Übersicht der in diesem Jahr teilnehmenden Städte findet sich in dem Blog It-started-with-a-fight von Daniel Doerk,

Vielfach kümmert sich der ADFC um das Aufstellen der Ghost Bikes. Aber auch Familienangehörige und Teilnehmer der Critical Mass, einer monatlichen Radfahraktion bei dem Radfahrer mit einer gemeinsamen Fahrt durch die Stadt auf ihre Belange aufmerksam machen wollen, stellen diese Fahrrad-Mahnmale auf.

Die Fernwirkung dieser weiß gestrichenen Geisterfahrräder, besonders bei Nacht, ist extrem. Aufgefallen ist mir ein Ghost Bike zum ersten Mal 2010 auf dem Militärring in Köln in der Höhe des Decksteiner Weihers. Im Scheinwerferlicht war es leicht aus über 100 Meter zu erkennen. Ich dachte gleich, dass mit diesem Fahrrad etwas nicht stimmt.

In Bonn gibt es bisher eins dieser traurigen Mahnmale. Es steht in der Nähe des Kameha am Landgrabenweg. Michael Hübner war hier am 7. Dezember 2013 mit seinem Rad unterwegs gewesen. Zwischen den beiden Kreisverkehren war er schlichtweg von einer Autofahrerin übersehen worden.

Beim Ride of Silence gedenkt man der zu Tode gekommenen Radfahrer. Ghost Bikes sind Mahnmale

 

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